Von Hummern und Hitler. Alltägliche Nicht-Selbstverständlichkeiten

Manchmal stolpert man ja in der Zeitung über Nachrichten, dass es jetzt irgendwas nicht mehr gibt, von dem man vorher gar nicht wusste, dass es überhaupt existiert hat. Selbstverständlichkeiten des gesunden Menschenverstands sozusagen. So lösten auch heute wieder zwei Meldungen einen leichten Anflug von Empörung, gemischt mit viel Verwunderung, einer Portion Entsetzen und einem Hauch Tragikomik bei mir aus:

Zum einen verstehe ich dieses Gehabe um die Ehrenbürgerschaft nicht. Wie kann bitte ausgerechnet Adolf Hitler überhaupt noch irgendwo Ehrenbürger sein? Und wieso werden Steuergelder (auch wenn es ‘nur’ Ansbacher oder Gunzenhausener Steuergelder sind) verschwendet, um darüber “im April” zu “diskutieren”? Was gibt es denn da zu diskutieren? Ich wage es doch mal anzunehmen, dass selbst Gunzenhausen und Ansbach in de rZeit der Wirtschaftskrise wichtigeres zu ‘diskutieren’ hätten. Wo er doch “formaljuristisch” schon seit seinem Tod kein Ehrenbürger mehr ist? Wie ist er denn dann noch Ehrenbürger, wenn nicht formal? Mit solchen Dummheiten beschäftigen sich dann auch noch Stadträte? Brrr. Manchmal schlägt die deutsche Bürokratie schon furchterregende Monsterblüten auf der Wiese des gesunden Menschenverstands.

Und wer brachte überhaupt die Idee in die Welt, dass Krebse keine Schmerzen empfinden? Im Normalfall würde man doch gar nicht zweifeln, dass kleinere Lebewesen wie Krebse Schmerz empfinden. Oder gab es irgendwann einmal Biologen, die eine Studie gemacht haben mit dem Ergebnis, dass Krebse kein Schmerzempfinden haben? Sonst müsste man das ja gar nicht erst mit einer neuen Studie wiederlegen müssen. Und wieso werden Hummer denn auch lebendig in den Kochtopf geworfen? Ich meine, gibt es da irgendeinen objektiven Grund, ihnen vorher nicht eins auf den gepanzerten Schädel zu geben? Zuviel Aufwand für die Sterneköche, oder wollen sie das schöne Dekor nicht eindellen? Also manchmal offenbart sich die planetare Arroganz der menschlichen Rasse wirklich auf  zwar unscheinbare, aber doch eindrückliche Weise.


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